Drucken

Medienmitteilung vom 23.6.2016

Fabrikantenvilla darf abgerissen werden – finanzielle Argumente verdrängen Baukultur

Fuhrstrasse 36, Wädenswil, Foto ZVH

Immer häufiger kommt es vor, dass eine Beschwerde gegen eine Inventarentlassung vor dem Baurekursgericht aus pekuniären Gründen abgewiesen wird. Das Gespenst der sogenannten materiellen Enteignung geht herum.

Der Zürcher Heimatschutz hat im August 2015 gegen die Inventarentlassung einer ehemaligen Fabrikantenvilla mit grosser Gartenanlage in Wädenswil Beschwerde eingereicht. Der ZVH stützte sich auf ein Gutachten der Kantonalen Denkmalpflege Kommission (KDK), das die Schutzwürdigkeit von Villa und Garten eindeutig bestätigt. Die Eigentümerin hat ein Privatgutachten erstellen lassen, das dagegen den Abbruch der Villa empfahl. Obwohl Privatgutachten letztlich den Parteistandpunkt widergeben, folgte die Gemeinde diesem Parteigutachten und entliess das Gebäude samt Park an der Fuhrstrasse aus dem Inventar. Dem Abbruch und der Überbauung des Parks steht daher nichts im Wege.

Das Baurekursgericht hat unlängst die Beschwerde des Zürcher Heimatschutzes abgewiesen. In besseren Wohngegenden wie rund um den Zürichsee mit enormen Grundstückpreise fallen gerichtliche Entscheide immer häufiger zugunsten von Abbruch und Neuüberbauung aus. Über Schutz oder Abbruch solcher Villen wird daher nur noch anhand pekuniärer Argumente entschieden. Die Angst vor einer Entschädigung für materielle Enteignung lässt jedes Argument von Fachkommissionen erlöschen. Gleichzeitig fallen die Gerichtskosten für solche Entscheide enorm hoch aus. Die Kosten trägt alleine der Zürcher Heimatschutz aus seinen Mitgliederbeiträgen. Wegen der hohen Kosten verzichtet er auf den Weiterzug dieses Entscheids.

Diese Entwicklung macht dem Zürcher Heimatschutz Sorgen. Es wird kaum mehr möglich sein, gegen den Abbruch derartiger Bauten gerichtlich vorzugehen. Man wird also damit rechnen müssen, dass mehr und mehr phantasielose Überbauungen – deren Hauptqualität die maximale Ausnützung bleibt – die Zeugen herrschaftlicher Bau- und Gartenkultur verdrängen.

Besuchen Sie uns auf Facebook

Wegweiser zu guter Baukultur und Architektur

Kontakt

Zürcher Heimatschutz ZVH
Eichstrasse 29
8045 Zürich
T 044 340 03 03
F 044 340 03 35
E-Mail info(at)heimatschutz-zh.ch

Öffnungszeiten Geschäftsstelle:
Grundsätzlich Montag, Dienstag und Donnerstag ganztags
Mittwoch vormittags
Freitag nachmittags

Aufsichtsbeschwerde gegen den Gemeinderat von Regensdorf

Im September 2015 reichte der Zürcher Heimatschutz eine Aufsichtsbeschwerde bei der Baudirektion des Kantons Zürich gegen den Gemeinderat von Regensdorf ein. Nun erteilt die Baudirektion dem Gemeinderat von Regensdorf mit Entscheid vom 8.6.2016 einen klaren Verweis!
Weitere Informationen finden Sie hier.

Eindrücke der 111. Generalversammlung 2016

Hier finden Sie den aktuellen Jahresbericht und die Traktandenliste

Unsere Veranstaltungen 2016

Wir freuen uns, Ihnen auch 2016 interessante und abwechslungsreiche Veranstaltungen anbieten zu können. Das neue Programm finden Sie hier.

Drei gute Gründe für eine Mitgliedschaft

Als gemeinnütziger Verein, der sich für den Schutz unseres baukulturellen Erbes und einen respektvollen Umgang mit diesem engagiert, sind wir auf Mitgliederbeiträge und Spenden angewiesen. Wir würden uns freuen, Sie als neues Mitglied des Heimatschutzes begrüssen zu dürfen.
Mehr

Geschichten von baukulturellen Zeitzeugen

Der Zürcher Heimatschutz führt Fälle betreffend Schutzobjekte und Zeitzeugen. Ohne dieses Engagement würden viele Zeitzeugen nicht mehr stehen. Leitbild

Hier finden Sie Beispiele von Zeitzeugen, für die sich der ZVH einsetzt.
Weiter

Sie erachten ein Objekt als schützenswert – Was tun?

Wenn Sie ein Objekt – sei es ein Haus, einer Häusergruppe, ein Garten oder Park - feststellen, das Sie als schützenswert erachten, empfehlen wir Ihnen folgendes Vorgehen:

  • Auf der örtlichen Gemeindeverwaltung des Objektes, können Sie in Erfahrung bringen, ob die entsprechende Gemeinde über ein Inventar der schutzwürdigen Objekte verfügt. Falls eines besteht, lassen Sie sich davon eine Kopie geben. Gleichzeitig können Sie die Kataster Nr. und die Versicherungsnummer für die Liegenschaft des schutzwürden Objektes erfragen.
  • Bitte erstellen Sie einige Fotos des schutzwürdigen Objektes.
  • Anschliessend können Sie uns die genaue Adresse, allfällige Unterlagen von der Gemeinde und die Fotos senden an: ZVH, Eichstrasse 29, 8045 Zürich oder an info(at)heimatschutz-zh.ch

Unsere Fachleute werden die Unterlagen prüfen und eine Besichtigung vor Ort durchführen, bevor ein allfälliges Schreiben an die Behörden verfasst wird. Selbstverständlich sichern wir Ihnen zu, Ihren Namen und Adresse dabei nicht zu verwenden.